Das Burnout-Syndrom ist wohl den allermeisten ein Begriff, aber wie sieht es mit dem Wort ‚Boreout‘ aus? Nicht nur Überforderung, sondern auch Unterforderung kann krankmachen. Wir sagen Dir, was Boreout eigentlich bedeutet, wer alles betroffen sein kann, was mögliche Symptome sind und was Du gegen eine solche Sinnkrise tun kannst.

„Über- und Unterforderung entmutigt.“ Alfred Selacher

„Über- und Unterforderung entmutigt.“ Alfred Selacher

Mit Boreout ist gemeint, wenn jemand nicht zu viel, sondern zu wenig zu tun hat – oder es ihn so wenig erfüllt, dass ein massiver Leidensdruck entsteht. Es ist sozusagen das Gegenteil von Burnout und weit weniger in der Gesellschaft anerkannt: denn in unserer Leistungsgesellschaft wird großes Engagement in der Regel von allen Seiten respektiert, wenn nicht sogar als Selbstverständlichkeit angesehen. Wer allerdings aus Unterforderung krank wird, der sei wohl automatisch selbst schuld oder einfach nur faul. Das beweisen auch Studien, in denen viele Menschen negative Vorbehalte z.B. gegenüber Arbeitslosen/Arbeitsuchenden haben und ihnen automatisch Faulheit vorgeworfen wird. Boreout kann allerdings nicht nur Arbeitslose betreffen, sondern jeden.

Bist auch Du betroffen?

Tatsächlich kann Boreout jeden betreffen. Ob jung oder alt, im Job oder in der Freizeit: theoretisch überall kann ein Zustand entstehen, unterfordert und somit antriebslos und unglücklich zu sein. Boreout betrifft nicht nur Menschen, die in Ihrem Job unterfordert sind. Es können genauso gut Kinder und Jugendliche in Schule und Ausbildung oder Studierende in der Universität an Unterforderung oder mangelndem Ausgefülltsein leiden – ebenfalls auch Eltern: Bei Boreout kann es sich auch um eine Unterforderung im privaten Alltag handeln. Ob trister Familienalltag oder das immer gleiche Prozedere nach der Arbeit – entstehen kann ein Boreout in allen Lebenslagen.

Wo wir genauer unterscheiden müssen, ist die gewollte Langeweile und eine aufgedrängte Unterforderung. Denn Neurowissenschaftler haben belegt, dass Langeweile gerade für Kinder und Jugendliche sehr wichtig für ihre Entwicklungen ist. Nur in der Langeweile müssen wir uns zwangsläufig mit uns selbst auseinandersetzen, können etwas ausprobieren, kreativ sein und herausfinden, wer wir sind und was wir wollen. Sie wird bestenfalls aus eigenem Antrieb heraus überwunden – dies allerdings gelingt bei einem Boreout nicht mehr.

Was sind die Symptome

Die Symptome ähneln den Symptomen des Burnout-Syndroms: schlechter Schlaf, depressive Verstimmungen, Bauchschmerzen oder eine erhöhte Anfälligkeit für ‚normale‘ Erkrankungen, wie z.B. eine Grippe. Natürlich sind die genannten Beschwerden relativ unspezifisch und können auch andere Ursachen haben. Das mag vielleicht ein Grund dafür sein, dass Boreout noch verhältnismäßig selten diagnostiziert wird. Außerdem ist die Angrenzung zu einer Depression schwierig, da hier oft ein Wechselverhältnis vorliegt. Daher ist es immer wichtig, alle inneren wie äußeren Faktoren des Betroffenen genau zu überprüfen, um gute Ansatzpunkte für das Verständnis und Optionen zur Überwindung zu finden. Behandlungsbedürftig sind jedoch alle Zustände, die die Lebensqualität und Gesundheit einschränken, daher sind Gespräche und Begleitung von Fachleuten und unterstützende begleitende Maßnahmen immer wichtig.

Wenn das Leben vorbeizurauschen scheint und man sich leer und kraftlos fühlt

Wenn das Leben vorbeizurauschen scheint und man sich leer und unzufrieden fühlt

Was Du gegen Boreout tun kannst

  1. In der Arbeitswelt: bemühe Dich um Weiterbildungen. Sie sind nicht nur in dem Moment selbst eine Abwechslung, sondern können Dir generell weitere Möglichkeiten aufzeigen. Traue Dich, mit Deinem Vorgesetzten darüber zu reden. Vermutlich ist ihm/ihr gar nicht bewusst, dass Du gerne mal mehr Abwechslung, Verantwortung oder anspruchsvollere Aufgaben haben möchtest. Und wenn es gar nicht mehr geht: schaue Dich nach anderen Stellen um. Werde Dir über Deine Bedürfnisse klar, denn dies kann Dir niemand abnehmen.
  1. In der Schule/Uni/Ausbildung: setze Dir Ziele! Und informiere Dich über Dinge, die Dich interessieren. Wenn Du erst einmal beginnst, Dich mit einem Thema auseinanderzusetzen, kann es schnell passieren, dass Du doch irgendwo Interesse daran findest. Es kann auch gut sein, dass Du vielleicht nicht genau das geforderte spannend findest, Du aber trotzdem Inspirationen für Deine eigenen Gedanken daraus ziehen kannst. Außerdem: Sprich mit anderen Menschen darüber. Es muss nicht unbedingt der Lehrer oder Dozent sein, sondern auch ein Gespräch mit Freunden oder Familie kann oftmals sehr helfen. Und halte die Augen nach Vorbildern offen. Vorbilder motivieren und inspirieren!
  1. In Deiner Freizeit: was stört Dich an Deiner Freizeit? Und stört es Dich wirklich oder hast Du Angst, dass Andere über Dich denken könnten, Du seist langweilig? In Deiner Freizeit kannst Du das tun, was Du möchtest – und Du kannst auch alles lassen, was Du nicht möchtest. Setze Dich daher nicht mit Stressgedanken unter Druck, indem in Deinem Kopf solche Sätze kreisen: eigentlich müsste ich mehr Sport machen, ich müsste mehr lesen oder ich müsste einfach schlichtweg mehr unternehmen. DU MUSST NICHTS. Der Druck, etwas machen zu müssen, kommt nur allein von Dir heraus. Versuche daher, Dir selbst zu sagen, dass Du in Deiner Freizeit das machst, was Du möchtest und nicht was Du denkst, was von Dir erwartet wird. Solltest Du jedoch immer wieder vor dem Problem stehen, mit Dir selbst und Deiner Zeit nichts anfangen zu können, versuche, die Ursachen herauszufinden. Fehlen Dir Interessen? Fehlt Dir Selbstvertrauen für Hobbies oder Aktivitäten? Mach Dich so frei wie möglich, probiere aus, mache Fehler, sammle Erfahrungen! Bist Du mit allem überfordert, tanke Kraft und sorge Dich vorranging um Dein Wohlbefinden. Du hast es verdient.

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Erlaube Dir, das Leben neu zu entdecken. Fange mit kleinen Schritten an und sei offen für Neues!

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Sei nachsichtig Dir selbst gegenüber

Beim Boreout stehen Menschen auch unter Druck. Es nicht wie beim Burnout-Syndrom der Druck, alles und noch mehr schaffen zu müssen, sondern der Druck, überhaupt etwas zu schaffen.

Eine wichtiger Schritt kann es sein, auf professionelle Hilfe zurückzugreifen. Psychiater und Psychologen können zusammen mit Dir den Ursachen auf den Grund gehen. Was auch noch helfen kann: Entspannungsverfahren.

Bei Unterforderung noch sozusagen zusätzlich ‚nichts tun‘?! – Ja, denn wenn wir entspannen, tun wir ganz viel! Klingt etwas paradox, aber indem wir scheinbar ‚nichts‘ machen, bauen wir aktiv unseren Stress ab.

Fakt ist, dass es eine deutliche Zunahme an psychischen Erkrankungen in den letzten 20 Jahren gibt. Die Gründe sind vielfältig. Und genau so vielfältig sind entsprechende Lösungsansätze. Neben dem Burnout-Syndrom scheint auch Boreout ein wichtiges Problem zu sein. Das Wichtigste ist jedoch, sich diesem Problem bewusst zu werden und dann auch einzugestehen, dass Unterforderungen, ob im Beruf oder in der Freizeit, hohe persönliche Belastungen bedeuten.

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